Update: Air Berlin-Insolvenz und betroffene Flugzeugfonds

Flugzeug Air Berlin

Kürzlich habe ich bereits über die Auswirkungen der Air Berlin-Insolvenz auf Privatanlegerfonds berichtet.

Insgesamt haben lediglich vier Flugzeugfonds der beiden Anbieter Commerz Real und Hannover Leasing Leasingverträge mit Air Berlin abgeschlossen. Beide Anbieter teilten zuletzt mit, dass sich ihre Flieger nicht im direkten Betrieb von Air Berlin befänden, sondern an andere Gesellschaften unterverleast seien.

So sind die beiden Flugzeuge der Commerz Real im Rahmen eines sogenannten Wet-Lease an Eurowings (unter-)verleast, die beiden Flugzeuge von Hannover Leasing im Rahmen eines Sub-Lease-Vertrages an die Air Berlin-Tochter Niki Luftfahrt GmbH vermietet.

Michael Ruhl, Geschäftsführer von Hannover Leasing, gewährte Anfang letzter Woche im Rahmen des PLATOW FORUM einen weiteren Einblick in die aktuellen Entwicklungen.

Die gute Nachricht zuerst: Die Niki Luftfahrt GmbH ist nicht insolvent. Das zuständige Gericht wies den Insolvenzantrag eines österreichischen Reiseveranstalters gegen die Airline als unbegründet zurück.

Da Niki aktuell trotzdem keine Leasingraten zahlt, wurde aufgrund des Zahlungsverzugs sowie zur Sicherung der Liquidität der beiden Fondsgesellschaften der bestehende, so genannte Letter of Credit in Höhe von jeweils zwei Monats-Leasingraten gezogen. Darüber hinaus befindet man sich gemäß Ruhl mit Niki in fortgeschrittenen Gesprächen hinsichtlich einer Lösung.

Parallel dazu befindet man sich laut Ruhl auch in vielversprechenden Verhandlungen mit den in der Insolvenz und im Bieterverfahren beteiligten Parteien. Eine Klärung der Situation für die Flugzeuge erwartet er noch im Oktober.

Unabhängig davon sieht Ruhl aufgrund der guten Vermarktbarkeit der beiden Fondsflugzeuge des Typs A321 gute Möglichkeiten für einen Verkauf oder eine Vermietung außerhalb des im Rahmen der Insolvenz durchgeführten Bieterverfahrens.

Insgesamt erwartet Ruhl aufgrund der bereits angesprochenen, guten Vermarktbarkeit der beiden Fondsflugzeuge, der bereits erfolgten Auszahlungen an die Anleger von 60% bis 65% (Flight Invest 47) bzw. 74% (Flight Invest 48) sowie der signifikanten Tilgungen seit Fondsauflage ein positives wirtschaftliches Ergebnis für die Anleger.

 

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