Vier Flugzeugfonds von Insolvenz der Air Berlin betroffen

Nachdem die Fluggesellschaft Air Berlin hat am 15. August 2017 Insolvenz anmeldete, zeigt sich, dass die meisten Privatanlegerfonds nicht davon betroffen sind. Lediglich vier Fonds der Anbieter Commerz Real und Hannover Leasing haben Leasingverträge mit Air Berlin abgeschlossen:

  • Hannover Leasing 189 Flight Invest 47
  • Hannover Leasing 190 Flight Invest 48
  • CFB-Fonds Nr. 176 Flugzeugfonds Airbus A319 I
  • CFB-Fonds Nr. 178 Flugzeugfonds Airbus A319 II

Die beiden geschlossenen Flugzeugfonds „Flight Invest 47“ und „Flight Invest 48“ von Hannover Leasing wurden 2008 bzw. 2010 aufgelegt und investieren jeweils in eine Maschine des Typs Airbus A321. Beide Flugzeuge sind bis November bzw. Dezember 2018 an Air Berlin vermietet. Die beiden im Jahr 2010 aufgelegten CFB-Fonds des Anbieters Commerz Real halten jeweils ein Flugzeug des Typs Airbus A319. Die Leasingverträge mit Air Berlin haben noch eine Laufzeit bis Januar 2019.

Alle vier Flugzeuge unterverleast

Beide Anbieter teilten in ihren Stellungnahmen mit, dass die Flugzeuge der vier Fonds unterverleast wurden.

So sind die beiden Flugzeuge von Hannover Leasing im Rahmen eines Sub-Lease-Vertrages an die Air-Berlin-Tochter Niki Luftfahrt GmbH vermietet. Gleichzeitig betont Hannover Leasing, dass Niki neben Air Berlin zur Zahlung der Leasingraten in vertraglicher Höhe verpflichtet sei. Zudem sei Air Berlin vertraglich zur Abtretung der Mietzahlungen von Niki verpflichtet.

Auch die beiden Flugzeuge der Commerz Real sind im Rahmen eines sogenannten Wet-Lease an Eurowings (unter-)verleast und befinden sich im regulären Flugbetrieb.

Kein Grund zur Panik

Mit seiner Aussage „Kein Grund zur Panik“ beschreibt Stefan Löwer, Chefanalyst von G.U.B. Analyse, in seinem Kommentar auf Cash.online die Situation der Fonds meines Erachtens absolut zutreffend.

Sicherlich ist jetzt das jeweilige Fondsmanagement gefragt, um Klarheit hinsichtlich der weiteren Zukunft der Flugzeuge zu schaffen.

Vor dem Hintergrund der bereits mehrjährigen Fondslaufzeit, der dadurch wahrscheinlich fortgeschrittenen Entschuldung der Flugzeuge sowie der nur noch kurzen Restlaufzeit der Leasingverträge, sollten die Auswirkungen jedoch zu verkraften sein. So befand sich beispielsweise das Fondsmanagement der Commerz Real, unabhängig von der Air Berlin-Insolvenz, bereits in der Prüfung möglicher Optionen/Szenarien und Folgeverwendungen für die Flugzeuge nach Auslaufen der aktuellen Leasingverträge.

Da es sich bei den vier Fliegern um gängige Flugzeugtypen handelt, sollte eine Anschlussvermietung oder ein Verkauf umsetzbar sein.

Insgesamt zeigt sich hier der Vorteil von Sachwertbeteiligungen: Die Flugzeuge gehören den Fonds. Sollte Air Berlin seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, holen sie sich die Flieger einfach zurück. Im Gegensatz dazu werden Anleihe-Gläubiger und Aktionäre von Air Berlin voraussichtlich deutlich schlechter dastehen.

Bild: Air Berlin

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