Offene Immobilienfonds: US-Immobilien und Hotels im Fokus

Marina Bay Sands Hotel

Die Ratingagentur Scope hat die im Jahr 2016 getätigten Investitionen von 14 offenen Immobilienpublikumsfonds analysiert.

Länderallokation: USA beliebtester Investitionsstandort in 2016

In Bezug auf die Länderallokation der offenen Immobilienfonds sieht Scope dabei einen klaren Trend: Während der Anteil deutscher und europäischer Objekte am Investitionsvolumen kontinuierlich fällt, werden die USA als Investitionsstandort immer wichtiger.

So konnten die US-Immobilienmärkte ihren Anteil in den vergangenen Jahren stetig ausbauen und Deutschland als beliebtesten Investitionsstandort im Jahr 2016 ablösen.

Mehr als 2,1 Mrd. Euro – und damit ein Drittel des gesamten Investitionsvolumens der 14 Fonds – floss 2016 in die USA. Deutschland folgt mit 1,1 Mrd. bzw. 17% des gesamten Investitionsvolumens auf Rang zwei. Folgende Grafik zeigt die Aufteilung des Investitionsvolumen nach Ländern (Quelle: Kapitalverwaltungsgesellschaften, Scope; Stand: 31.12.2016)

Investitionen offener Immobilienfonds 2016Nach Ansicht von Scope wird der Trend hin zu außereuropäischen Immobilien durch zwei Faktoren begünstigt: Zum einen ist das Renditeniveau auf den Immobilienmärkten außerhalb Europas zum Teil höher als auf den europäischen Kernmärkten. Zum anderen setzen viele Fondsmanager auf eine stärkere geografische Diversifikation, nachdem in den Jahren seit der Finanzkrise der Investitionsfokus sehr deutlich auf Europa und vor allem auf Deutschland lag.

Nutzungsarten: Hotel immer wichtiger

Hinsichtlich der Nutzungsarten bilden Büroimmobilien seit jeher den wesentlichen Baustein in den Portfolios der offenen Immobilienfonds. Der Anteil der Neuinvestitionen in diesem Segment dominiert zwar weiterhin, schrumpfte in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich.

Eine gegenteilige Entwicklung zeigen Hotelimmobilien. Während 2014 nur rund 3% des gesamten Investitionsvolumens auf Hotels entfielen, stieg dieser Anteil bis ins Jahr 2016 auf 15% an. Damit wurden im vergangenen Jahr Hotelimmobilien mit einem Volumen von fast einer Milliarde Euro erworben.

Als Erklärung für die gestiegene Bedeutung von Hotelimmobilien sieht Scope ebenfalls die Suche nach Objekten mit attraktiven Risiko-Rendite-Profilen. Im klassischen Core-Büro-Segment in Europa wird es zunehmend schwieriger, geeignete Objekte zu finden. Fondsmanager reagieren darauf, indem sie auf alternative Immobilienmärkte wie die USA oder auf alternative Segmente wie Hotelimmobilien ausweichen.

Dies gilt nicht für Einzelhandelsimmobilien wie beispielsweise Shopping-Center, deren Anteil am Investitionsvolumens auf rund 16% gesunken ist (2015: 22%). Neben den deutlich gesunkenen Ankaufsrenditen für Einzelhandelsimmobilien vor allem in Europa sieht Scope die steigende Bedeutung des Online-Handels als Grund für die Zurückhaltung bei dieser Nutzungsart. Wohnen bleibt weiterhin fast ohne Bedeutung. Lediglich 2% des Investitionsvolumens entfallen auf Wohnimmobilien.

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