db Research: Wenige Krisenherde im Häusermarkt der Eurozone

Wohnhäuser

Um die Höhe von Hauspreisen strukturell bewerten zu können, ist insbesondere der Quotient von Hauspreisen zu verfügbaren Einkommen (Erschwinglichkeit) ein zentrales Maß. Der historische Mittelwert kann als fairer Preis für jedes Land interpretiert werden und wird von der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) auf 100 normiert. Die OECD berechnet diesen Index für die größten elf Länder der Eurozone.

Basierend auf den nationalen Fehlbewertungen und gewichtet mit der Anzahl der Wohnungen berechnet db Research den Beitrag der einzelnen Länder zu dem Risikoprofil in der Eurozone.

Gemäß den aktuellen Berechnungen hat der Wohnimmobilienmarkt der Eurozone seine massiven Überbewertungen, gemessen am Verhältnis Preise zu Einkommen der Jahre 2007 und 2008, abgebaut. Aktuell liegen nur noch in wenigen kleineren Ländern Überbewertungen vor.

So weisen Österreich und Belgien demnach deutliche Überbewertungen auf, während hingegen große Euroländer ihre massiven Fehlbewertungen abgebaut haben. Auch der finnische und der niederländische Häusermarkt werden von der Europäischen Zentralbank kritisch beäugt. Hingegen werden die ehemaligen Krisenländer Irland, Portugal und Griechenland als fair bewertet abgesehen.

Deutsche Wohnungen noch fair bewertet

Basierend auf den OECD-Erschwinglichkeitsindizes ist der deutsche Wohnimmobilienmarkt aktuell fair bewertet. Die Preisanstiege um rund 50% seit dem Jahr 2009 hätten die Unterbewertungen im deutschen Häusermarkt aufgrund der ebenfalls verbesserten Einkommen lediglich beseitigt.

Überbewertungen scheinen nach Ansicht von db Research aber angesichts der Knappheit an Wohnraum und einiger fehlgeleiteter wohnpolitischer Eingriffe unvermeidbar. Insgesamt wird ein Nachfrageüberhang von rund 1 Million Wohnungen gesehen.

Zudem dürften in den nächsten Jahren sowohl der Zuzug als auch die Kapitalflüsse nach Deutschland anhalten und die Nachfrage- und Preisdynamik befeuern. Daher erwartet db Research, dass Deutschland am Ende des Jahrzehntes die höchsten Fehlbewertungen innerhalb der Eurozone aufweist. Banken und Regulierer könnten demnach bald vor neuen Herausforderungen stehen.

Der vollständige Bericht ist auf der Homepage von db Research abrufbar.

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